Titel: Man wird fantastisch betreut und geht mit Mut, Selbstvertrauen und Hoffnung wieder heim.
Eigentlich war mir gar nicht nach Anschlußheilbehandlung, habe mich aber dennoch dann dazu entschieden und so war ich im Mai in der Winkelwaldklinik und ich bin sehr froh darüber.
Die Klinik liegt am Anfang des Waldes Winkelwald und der Ausblick, die Ruhe und die herrlichen Wanderwege schenken einem eine tolle Zeit dort.
Am Anreisetag wird man von der Rezeption nett empfangen und man wird später von einer Patientenbetreuerin mit einem kleinen Rundgang, bei welchem man die wichtigsten Dinge schon einmal erklärt bekommt, in sein Zimmer gebracht.
Mein Zimmer hatte einen Kleiderschrank, Safe, Bett, Sofa, Tisch Stühle und Schreibtisch. Das Badezimmer verfügte über Dusche, Toilette und war ausreichend groß. Der Balkon war zur Ostseite (die Sonne hat mich morgens immer geweckt) und hatte 2 Stühle. Das Zimmer wurde täglich gereinigt und war immer sehr sauber.
Das ärztliche Aufnahmegespräch fand am gleichen Tag statt. Dort wurde ich nochmals eingehend untersucht und Herr Dr. Luyken schlug dann aufgrund der Vorgeschichte die Anwendungen vor.
In der Klinik setzt man auf ein WIR GEMEINSAM und schreibt deshalb auch nicht alles vor. Selbstverständlich konnte ich sagen, was ich mag und nicht so gerne mochte und es wurde darauf - unter Berücksichtigung der gesundheitlichen Anforderungen - eingegangen. Grundsätzlich muss man sagen, auch wenn dort im ersten Gespräch die ersten Anwendungen festgelegt worden sind, kann man diese ständig (nach Rücksprache mit dem Arzt) anpassen. Es wird sehr gut dort auf einen eingegangen.
Es gibt ein vielfältiges Programm und Kurse, wie z.B. Atemtherapie, Gymnastik im Freien, Zumba, Yoga, Pilates, Qigong, Brust- und Schultergymnastik, Wassergymnastik, Aquafitness, Autogenes Training, Nordic Walking, Progressive Muskelentspannung, etc. Daneben rundet eine umfassende Physiotherapie das Programm ab. Psychologische Betreuung kann gerne in Anspruch genommen werden und der soziale Dienst hilft bei allen Fragen. Es befindet sich ein Ausdauerraum und ein Krafttrainingsraum in der Klinik, wo man nach einer guten Einweisung seine Übungen machen kann und sollte.
Eine Kunsttherapie oder das freie Basteln können ebenfalls besucht werden.
Man hat täglich Anwendungen und Vorträge, allerdings setzt die Klinik auch das eigenverantwortliche Training und Freizeit voraus was ich super toll finde. Damit hat man die Möglichkeit sich seine Zeiten im Ausdauerraum oder Trainingsraum selbst einzuteilen oder bei Nordic Walking mitzumachen oder vielleicht mal in einer kleinen Gruppe zu laufen oder auch mal mit Gleichgesinnten zu verweilen. Gerade das Gespräch mit Gleichgesinnten hilft so manches zu verarbeiten. Wenn man in der Klinik ist und sich in einem "wohlbehüteten" Raum unter Gleichgesinnten befindet, erleichtert es alles ungemein.
Es gibt einen Speiseraum, in welchem man das Frühstück, Mittagessen und auch Abendessen einnimmt. Es wird dort ein Buffet zum Frühstück und Abendessen angeboten. Abends kann man auch auf einer speziellen Anrichte das Gute vom Mittag sich noch einmal auswählen, was ich für eine ganz tolle Sache halte.
Mittags kann man sich selbst vom Buffet an Salaten oder auch einer Vorsuppe bedienen. Der Hauptgang wird serviert. Das Essen ist sehr abwechslungsreich und umfasst mittags 3 wählbare Hauptspeisen. Hier wird noch frisch gekocht und sehr darauf wert gelegt. Das verwundert es einen nicht, dass neben frischen Forellen auch mal Wild auf dem Speiseplan steht.
Getränke befinden sich überall, die man sich selbst einschenkt.
Sogar hier wird auf einen eingegangen. Hat man Wünsche und Anregungen, kann man diese einfach sagen und man wird erstaunt sein, dass auch hier die Möglichkeit besteht, mal das einen oder andere zu erhalten, was normalerweise nicht gereicht wird, was einen selbst aber glücklich machen könnte.
Obwohl ich vorab dachte, dass ich nicht der Typ für eine Reha bin, bin ich sehr froh, mich dafür entschieden zu haben.
Es ist erstaunlich wie sehr Ärzte und Personal auf die Patienten und Patientinnen eingehen und es verwundert einen nicht, dass man dann gestärkt und mit Mut und Selbstvertrauen wieder hoffnungsvoll nach Haus gehen wird.
Ich sage herzlichen Dank und werde bestimmt zur Reha wiederkommen!!
Fachbereich: Onkologie