Titel: Meine AHB Erfahrung in der Winkelwaldklinik
Durchaus positiv ist mein Fazit für den vierwöchigen Aufenthalt von mir in der Winkelwaldklinik.
Wenn man hier ist weiß man schon woher der Name kommen könnte.
Auffallend ist es doch das das komplette Personal freundlich ist und ein Lächeln auf den Lippen hat, meistens jedenfalls ( bin auch nicht jeden Tag gleich gut gelaunt). Als Patient im Haus hat man als erstes Kontakt mit der Rezeption und dann mit den Onko- Schwestern, von beiden wird man herzlich begrüßt und durchweg alle wünschen einem einen guten Aufenthalt in der Klinik. Die Wege sind teilweise sehr weit und anstrengend, gerade wenn man noch ziemlich angeschlagen ist von den Behandlungen der Krebserkrankung. Die Zimmer sind ausreichend groß und mit dem notwendigsten ausgestattet, Bett war in Ordnung und der Balkon perfekt, Dusche war leider nicht ebenerdig aber alles machbar. Sehr gut fand ich das man an der Rezeption Mineralwasser bestellen konnte und einer der Hausmeister den Kasten ins Zimmer stellte, sobald man einen Hausmeister brauchte ( bei mir wegen dem Safe) kam dieser auch zeitnah. Dem Team im Speisesaal und der Küche mein herzlichen Dank, vermisse es jetzt zuhause.
Die Vorträge im Haus, alle sehr informativ allerdings sind die Stühle sehr anstrengend ( Polsterung zu gering, Armlehnen teilweise locker) und im Sommer ist der Raum ziemlich warm und es fällt einem schwer sich zu konzentrieren, was durch Fatigue sowieso schon belastend ist.
Mit meiner Ärztin war ich sehr zufrieden, wünschenswert wäre es wenn man gesagt bekommen würde was für Therapien möglich wären, ich hätte vielleicht auch was für meine Konzentration und Gedächtnis genommen. Ich persönlich kann mich nicht beschweren da ich ausreichend Anwendungen hatte die auf meine Beschwerden abgestimmt wurden. Das Gespräch mit dem Chefarzt war informativ und die Diagnose wurde nochmal besprochen und erklärt, passte für mich.
Jetzt kommt das Herzstück der Klinik, die Therapieabteilungen: Ergotherapie und Physiotherapie mit Sporttherapie. In der Ergotherapie durfte ich Polyneuropathie Training und Trampolin-Polyneuropathietraining machen, klar verschiedene Gegenstände mit den Fingern/ Füßen ertasten ( Raps, Linsen usw.) Novafon/ Vibrax um mit Schwingungen zu arbeiten und Paraffinbad um mit Wärme Reize zu setzen. Eine Eisbehandlung fehlte leider, denke da kann man auch gut Reize mit setzen. Leider sind ein Teil der Geräte ziemlich abgearbeitet, hoffe das bald Eistherapie und neue Geräte befürwortet werden. Das Team ist mega und die Behandlungen waren super und haben mir richtig gut geholfen, gerade im Bereich der Polyneuropathie.
Physiotherapie mit Sporttherapie und Lymphdrainage, die Gruppenauswahl ist doch vielfältig und wurde gut betreut. Durchweg gutes Team und wenn derjenige noch durchgeht und einen korrigiert fühlt man sich bestens aufgehoben. Es wäre wünschenswert wenn auch hier die abgenutzten Therapiegeräte ersetzt werden würden.
Aquafitness mit der richtigen Musik und Übungen brachte einem zum schwitzen und war nie langweilig, zumal alle Therapeuten mitgemacht haben, Hut ab bei den Temperaturen. Auch hier sind einige Poolnudeln stark angegriffen und werden hoffentlich bald durch neue ersetzt.
Einzeltherapien: Ich hatte das Glück das ich hauptsächlich bei einer Therapeutin war zur Physiotherapie und Lymphdrainage, ich mag es persönlich nicht wenn ich mich jedesmal auf jemand neues einstellen muss. Die Behandlungen waren super und genau auf meine Bedürfnisse abgestimmt, Einfühlsam und gekonnt wurden meine Probleme wegtherapiert.
Fazit: altes Haus, teilweise altes Inventar aber super tolles Personal.
Allerdings möchte ich mir nicht vorstellen wenn ich im Herbst/Winter/ Frühjahr da gewesen wäre, wenn man nicht mobil ist , sei es zu Fuß/ Rad/ Auto ist man aufgeschmissen, da ist dann doch zu wenig angeboten. Leider gab es keine Ausflüge nach Straßburg oder Freiburg und jeweils nur eine Fahrt in der Woche nach Zell am Harmersbach und Gengenbach.
Schön fände ich es auch wenn man Rückzugsmöglichkeiten hätte zum Entspannen und runterkommen, Hütten mit Licht und Duft
(Barfußpfad hat sowas). Interessant war das man als Patient teilweise persönlich gefragt wurde wie es einem gefällt oder ob es was gibt was man ändern könnte. Leider war ich nicht unter denjenigen, hoffe aber das meine Anregungen angenommen werden und ich mich nächstes Jahr davon überzeugen kann. Deswegen nicht die vollen Sterne wegen den abgenutzten Therapiegeräten und den Stühlen im Vortragsraum.
Fachbereich: Onkologie